Eröffnungsrede – Darstellende Künste im öffentlichen Raum

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„Wir müssen die Kunst zu den Menschen bringen“, so Rüdiger Kruse in seiner Rede zur Eröffnung des Symposiums „Darstellende Künste im öffentlichen Raum“. Der Fonds Darstellende Künste hatte in Kooperation mit dem Bundesverband Theater im öffentlichen Raum vom 1. bis 3. März in der Woesnerei – Pfefferberg Theater Berlin dieses Treffen organisiert. Damit wurde das Sonderprojekt, „Un-Orte – Theater im öffentlichen Raum“ abgeschlossen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte dafür, auf Empfehlung von Rüdiger Kruse, im Jahr 2012 einmalig 600.000 Euro bereitgestellt. Theater im öffentlichen Raum erreicht in Deutschland in jedem Jahr ein stetig wachsendes Publikum, darunter viele Menschen jeden Alters, die ansonsten nicht oder nur selten ins Theater, in ein Konzert oder zu einem Festival gehen.

Rüdiger Kruse sagte im Pfefferberg Theater: „Das Interesse für Konzert und Theater wird in den meisten Fällen vererbt. Gehen die Eltern ins Theater, nehmen sie ihre Kinder mit und wecken so schon in frühen Jahren das Interesse. Ist das nicht so, ist es Aufgabe der Gesellschaft, den Kindern einen Zugang zur Kunst, also zu Musik, Theater, Malerei oder Tanz, zu ermöglichen. Kunst, vor allem auch Theater auf der Straße, auf Plätzen, in Parks oder Sporthallen, erreicht Kinder und Erwachsene gleichermaßen.“ Theaterkunst im öffentlichen Raum ist eine eigene avantgardistische Kunstform, die nicht neu ist, aber lange Zeit wenig Beachtung fand. Schon in der Antike fand Theater im Freien statt. Damals wie heute wurden aktuelle Themen, die die Menschen beschäftigen, angesprochen. Krieg, Armut, Konsum, Diskriminierung, Mensch und Natur sind Themen der insgesamt 18 vom Fonds geförderten Projekte, die im Symposium vorgestellt und diskutiert wurden. Im übrigen Europa ist dieses „Theater für alle“ schon viel mehr verbreitet als bei uns in Deutschland. Deswegen war die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches auf dem Symposium so wichtig und für so viele Künstler, Produzenten und Organisatoren dieses Genres interessant. Das zeigte sich am komplett ausgebuchten Veranstaltungsort im Theater am Pfefferberg in Berlin.