Mein Austausch-Schuljahr in den USA: Wie alles begann!

galleryIMG24391_modEin Bericht von Theresa Mainusch, PPP-Stipendiatin für das Schuljahr 2010/11 im Wahlkreis Hamburg-Eimsbüttel:

Schon seit langer Zeit stand für mich fest, dass ich – genauso wie mein Bruder vor vier Jahren – für ein Schuljahr in die USA gehen möchte.

Als ich dann zufällig in der Zeitung von der Möglichkeit las, im Rahmen des “Parlamentarischen Patenschafts Programms” (PPP-Stipendium) des Deutschen Bundestages ein Jahr als eine Art “Botschafterin” für unser Land in den Vereinigten Staaten zu verbringen, war ich begeistert.

 Seit 1983 vergibt der Deutsche Bundestag in Kooperation mit dem amerikanischen Kongress ca. 360 Voll-Stipendien an Schüler und junge Berufstätige für einen einjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten.

Im Mai 2009 begann die Bewerbungsfrist. Ich habe mir von der Homepage des Deutschen Bundestages die Bewerbungskarte ausgedruckt und nachgeschaut, welche Austausch-Organisation für meinen Wahlkreis zuständig ist. Es war “Experiment e.V.” in Bonn. Dorthin habe ich dann meine Karte geschickt. Nach kurzer Zeit kam ein dicker Briefumschlag mit den Bewerbungsunterlagen, die ich innerhalb von drei Wochen ausfüllen musste.

Nach einer langen Wartezeit wurde ich dann Ende Oktober 2009 zu einem Auswahltermin in Hamburg eingeladen. Die Veranstaltung dauerte ca. 5 Stunden, war sehr interessant und ganz schön anstrengend. Wir mussten u.a. politische Fragen beantworten, einen Vortrag zu einem vorgegebenen Thema halten und einiges über uns selbst erzählen.

Nach weiteren drei Wochen bekam ich die gute Nachricht: Ich hatte es geschafft und war in der nächsten Runde als eine von insgesamt drei Kandidatinnen, die dem Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises, Herrn Rüdiger Kruse, als mögliche Stipendiatinnen vorgeschlagen werden sollten. Als ich dann im Januar erfuhr, dass Herr Kruse sich für mich entschieden hat, war ich überglücklich. Ich hatte es geschafft, mein Traum würde wahr werden…

Ja, und jetzt bin ich schon seit dem 12. August 2010 hier im Land der “unbegrenzten Möglichkeiten”. Zuerst war ich zusammen mit der ganzen PPP-Gruppe für zwei Tage in Washington zu einem Orientierungsseminar. Dort gab es eine kurze Einführung in die Programmregeln der amerikanischen Partnerorganisation CIEE. Außerdem hatten wir ein Sightseeing-Programm und einen offiziellen Termin im National State Department, welches das PPP (oder, wie es in Amerika heißt, den Congress-Bundestag-Youth-Exchange) von amerikanischer Seite her möglich macht. Nach diesen zwei Tagen flog ich am 14. August weiter  zum eigentlichen Ziel meiner Reise – nach Tacoma/Washington, das ganz in der Nähe von Seattle liegt.

Obwohl alles gut geplant war, kam dann das erste Treffen mit meiner Gastfamilie doch ziemlich überraschend. Ich war gerade gelandet und wollte zusammen mit zwei anderen deutschen PPP-Stipendiaten mein Gepäck holen und dort stand auf einmal meine Gastmutter Linda mit einem selbstgemalten Willkommensschild. Sie war ebenso wenig darauf vorbereitet, mich so plötzlich zu sehen, wie ich. Außerdem waren noch meine Gastschwester Amanda, mein Gastvater Randy und meine beiden “Local Coordinators” von der Austauschorganisation da. Es war ein sehr herzlicher Empfang.

Das erste, was ich mit “meiner” Familie gemeinsam gemacht habe, war einkaufen in einem dieser Riesensupermärkte, die man bei uns nur aus dem Fernsehen kennt. Und in denen ich auch nach über zwei Wochen immer noch staunend Lebensmittel entdecke, die es bei uns nicht gibt.

Mein Start hier war also wirklich gut und meine Angst die Sprache nicht zu verstehen und mich nicht an Gesprächen beteiligen zu können, hat sich schnell gelegt. Nach den ersten beiden Wochen denke ich jetzt schon zeitweise auf Englisch und ich muss nicht lange nachdenken, wenn ich etwas sagen will. Hier beginnt die Schule am 31. August. Ich habe bereits alle meine Fächer gewählt und mich für Fußball als Herbstsport entschieden. Ich freue mich schon auf meinen Schulalltag in der Franklin Pierce High.

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