Kommentar: »Europa ist unsere gemeinsame Zukunft«

Die römischen Verträge werden 60 Jahre alt. Zum Geburtstag lädt man Freunde ein. Aber hat Europa denn noch Freunde? – Klar: Angela Merkel und Emmanuel Macron. Und sonst? Zwei enge Freunde im echten Leben sind schon gut. Ganz viele Freunde hat man nur auf Facebook. Aber nehmen wir doch mal die Facebook-Definition von Freunden: Wer würde Europa »liken«?

Hunderte Millionen Europäer – und Milliarden Menschen weltweit. Es sind ja meist die Bilder, die geliked werden. Und Europa gibt große Bilder: Freiheit, Recht, Frieden, Vielfalt, soziale Absicherung. Alles Dinge, die heute kein europäisches Land ausschließlich aus sich selbst heraus gewähren kann.

»Wir müssen wieder lernen, europäisch zu denken«, so lautete die Mahnung von Papst Franziskus an die 27 in Rom versammelten Staatsoberhäupter der Europäischen Union. Recht hat er! Die Erklärung von Rom endet entsprechend mit dem Satz: »Europa ist unsere gemeinsame Zukunft.«

Vor zehn Jahren zur 50-Jahr-Feier hieß es noch poetisch: »Europa ist zu seinem Glück vereint.« Auch wenn ich letztere Erklärung bevorzuge, weil sie mehr Tiefe hat, kann ich gut mit der neuen leben, weil es so ist – Europa ist unsere Zukunft. Wohl den Ländern, die diese Zukunft haben.

Foto (nachbearbeitet) vom MPD01605 – http://www.flickr.com/photos/mpd01605/6755068753/in/photostream/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18364047