Israelisch-Deutsches Festival zum Zweiten

Am 21. Oktober war es wieder so weit. Das ID Festival 2016 öffnete im Berliner Radialsystem seine Pforten. Und wie beim ersten Mal im Jahr 2015 gab es an drei Tagen gut besuchte Veranstaltungen mit Musik, Tanz, Performance, Ausstellungen und Diskussionsrunden.

Rüdiger Kruse: „Solange ist es gar nicht her, dass ich zum ersten Mal die Idee für das ID Festival präsentiert bekam. Sie kam sehr locker und leicht daher: Es leben so viele Israelis in Berlin, Künstler aller Sparten, die müssen wir mal zusammenbringen. Ohad Ben Ari hat das gesagt – und getan. Das erste ID Festival fand im Herbst 2015 statt. Es war überraschend, es war neu, es wurde ein Erfolg.

Da in Deutschland allenthalben Zerstörtes wieder auf- bzw. nachgebaut wird, muss man es mal sagen: Das ID Festival ist nicht die Rekonstruktion jüdischen Lebens in Deutschland vor 1933. Es ist ein hier-und-jetzt-und-in-Zukunft-Festival israelischer Künstler, die in Deutschland leben.

Das erste Festival 2015 war grandios und neu. Das Neu beginnt sich naturgemäß bereits beim zweiten Mal zu verlieren, was wird aus dem grandios? Das zweite Mal ist spannend: die Einmaligkeit ist weg, von einer Tradition sprechen selbst Berliner beim zweiten Mal noch nicht.

Ich denke, dass das ID Festival die Substanz hat, sich über Jahre zu behaupten. Ob ich richtig liege, muss sich jetzt erweisen. Das ID Festival lebt erst in zweiter Linie von den Zuschüssen, die der Deutsche Bundestag gewährt hat. In erster Linie lebt es vom Engagement seiner Macher. Ohad Ben Ari und seinem Team gilt mein Dank. Ich wünsche ihnen Erfolg und die nötige Ausdauer. Ausdauer für ID 3, 4, 5… 10…

Nicht falsch verstehen: Auch Festivals dürfen wieder verschwinden. Aber nicht so schöne wie das ID Festival!“