Israelisch-Deutsches Festival Berlin

10988315_1227938273886709_2358577022770379423_oVom 16.-18. Oktober hatte der Pianist und Begründer des ID Festivals, Ohad Ben Ari, in Berlin lebende israelische Künstler aller Kunstgenres in das Berliner Radialsystem eingeladen. Das Eröffnungskonzert spielte ein Orchester aus Musikern, die 4 Tage zuvor das erste Mal gemeinsam auf einer Bühne probten. In einer Diskussionsrunde ging es um die Gründe, die so viele israelische Künstler nach Berlin zieht. Jeweils aus ihrer ganz persönlichen Perspektive erläuterten Daniel Kühnel, Intendant der Hamburger Symphoniker, Ohad Ben Ari, künstlerischer Direktor des ID Festivals und Tal Alon, Gründerin und Chefredakteurin des hebräischen Magazins „Spitz“ in Berlin, die eigenen Wege nach Berlin.
Rüdiger Kruse: “ Berlin ist die einzige wirkliche Weltstadt, für junge dynamische Menschen einfach interessant. So auch für Israelis. Sie kommen nicht hierher, weil sie ein Exil bräuchten, Israel ist das einzige demokratische Land im Nahen Osten, dort kann jeder seine Meinung sagen und eben auch ausreisen und zurück kehren. Viele Deutsche reduzieren Israel nur noch auf den Palästinenserkonflikt, dass es dort aber sehr viel anderes gibt, zeigte dieses Festival.“
Rüdiger Kruse, zuständig für Kultur und Medien im Haushaltsausschuss  des Deutschen Bundestages und Andrè Schmitz-Schwarzkopf von der Schwartzkopf Stiftung beantworteten die Frage, ob es etwas Besonderes, etwas Exotisches sei, ein Festival nur mit israelischen Künstlern, die in Berlin leben, zu machen.
Rüdiger Kruse dazu: „Nein, das Wunder ist vor 50 Jahren geschehen, als so kurz nach all`den deutschen Verbrechen Israel und die junge Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen aufnahmen. Als mir Ohad Ben Ari seine Idee präsentierte war das einfach eine hervorragende Idee, ein Festival mit Akteuren verschiedener Kunstrichtungen, die miteinander in Verbindung treten. Ich verstehe auch nicht, warum immer wieder betont von jüdischen Künstlern gesprochen wird, es erwähnt auch niemand einen katholischen Künstler. Das Konzept war erfolgversprechend, darum habe ich mich für eine Förderung durch den Haushaltsausschuss eingesetzt.“
Foto: Danny Kurz