Ein Schwarzer Tag für Europa

Mit äußerst bewegenden Worten von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert gedachten Regierungsmitglieder, Bundestagsabgeordnete und Besucher auf den Tribünen am 26. März im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes der vielen Todesopfer, der in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine. Der Bundestagspräsident fand sehr persönliche Worte, erinnerte an die Schulklasse und die Lehrerinnen aus Haltern, an die vielen Menschen, die nun nicht mehr zu ihren Familien und Freunden zurückkehren. Er zitierte aus einem Brief, den er von der portugiesischen Parlamentspräsidentin erhielt. Sie schrieb ihm: „Heute sind wir alle Deutsche und Spanier“. Norbert Lammert dankte den über 600 Einsatzkräften aus Frankreich, die unter größten Schwierigkeiten schnellstmöglich das unwegsame Gelände der Absturzstelle erreichen wollten, und doch nicht mehr helfen konnten. Ebenso beeindruckte ihn die so große Hilfsbereitschaft der französischen Bürger gegenüber den angereisten trauernden Angehörigen. Rüdiger Kruse: „Dieses schwerste Unglück in der deutschen Luftfahrt seit Jahrzehnten hat mich tief betroffen gemacht. So viele Menschen, vor allem auch so junge Menschen, verloren auf tragische Weise ihr Leben. Väter, Mütter, Schulkinder, Familien mit Babys kehren nie wieder zurück. In diesen schweren Stunden des Entsetzens und der Trauer tut es gut, in Europa und in der Welt Freunde zu haben, die nicht nur mit uns fühlen, sondern alles unternehmen, um die Opfer zu bergen, die Ursache der Katastrophe heraus zu finden. Ganz besonders beeindruckt mich die große Hilfsbereitschaft der Franzosen, die vor Ort leben und den anreisenden Angehörigen so aufopferungsvoll zu Seite stehen. Angesichts dieser Tragik wird mir besonders bewusst, wie wertvoll es ist, in einem Europa unter Freunden leben zu dürfen.“