Deutsche Flagge ist zurück

Am 30. Mai war es soweit. Die Hamburger Reederei F. Laeisz gab dem Autotransporter MS PATARA die deutsche Flagge zurück. Mit der Rückflaggung von der gibraltarischen auf die deutsche Flagge hat die traditionsreiche Hamburger Reederei als erstes Schifffahrtsunternehmen ein Zeichen gegen den krisenbedingten Rückgang der Schiffe unter deutscher Flagge gesetzt. Der Verband Deutscher Reeder spricht vom Start einer „größeren Rückflagg-Aktion“. Ausschlaggebend dafür waren die gesetzlichen Vergünstigungen für deutsche Reeder, die im Herbst letzten Jahres im Deutschen Bundestag beschlossen wurden. Deutsche Seeleute erhalten im Vergleich zu anderen Nationen eine hohe Heuer. Dadurch entstanden den Reedereien ungleich höhere Kosten für Lohn und somit auch Lohnnebenkosten für die Sozialversicherung.
Rüdiger Kruse, Beauftragter für die Maritime Wirtschaft der CDU/CSU-Bundestagfraktion: „Durch die jetzt in Kraft getretenen neuen gesetzlichen Regelungen wird die deutsche Flagge im europäischen Vergleich wieder konkurrenzfähig. Bisher mussten die Reeder für das Bordpersonal 60% Lohnsteuer abführen. Seit 1. Juni 2016 entfällt diese Abführung komplett. Je nach Qualifikation gewährt die Bundesregierung einen Zuschuss für die Lohnnebenkosten, bei Kapitänen sind das z. B. 16.700 € pro Jahr. Und es müssen nicht mehr 4 deutsche Offiziere an Bord sein, sondern nur noch 2.“

Warum ist es so wichtig, dass deutsche Schiffe auch unter deutscher Flagge fahren?

Dazu Rüdiger Kruse: „Volkswirtschaftlich geht es darum, Deutschland als Schifffahrtsnation zu erhalten. Die gesamte maritime Branche sichert ca. 480.000 Arbeitsplätze und sichert mit 30 Milliarden Euro einen erheblichen Beitrag zur Wertschöpfung in unserem Land. Gut ausgebildete Seeleute werden nicht nur in Hafenstädten gebraucht. Auch unzählige Zulieferbetriebe, der Schiffbau, Dienstleister und Behörden in allen Bundesländern beschäftigen Mitarbeiter, die über ein ausgeprägtes maritimes Fachwissen verfügen.“

 

-> Zum Artikel im Hamburger Abendblatt