Botschaftergespräch: „Deutsch-australische Partnerschaft – Schwerpunkte und Perspektiven“

Auf Einladung von Rüdiger Kruse MdB besuchte der australische Botschafter in Deutschland, S.E. Peter Tesch, am 27. Mai 2013 Hamburg. Im Rahmen der Reihe „Botschaftergespräche” fand eine öffentliche Podiumsdiskussion in der Staatlichen Jugendmusikschule am Mittelweg statt. Zu dem Thema „Deutsch-australische Partnerschaft – Schwerpunkte und Perspektiven” sprachen und diskutierten der Botschafter und der Eimsbütteler Bundestagsabgeordnete mit rund 60 Gästen. In einer kurzen Einführung skizzierte Peter Tesch die Beziehungen beider Staaten. Das gute Verhältnis beruhe vor allem auf einem gemeinsamen Werte- und Wirtschaftssystem, das beide Staaten teilten. Tesch, dessen Vorfahren vor 150 Jahren aus der Uckermark über den Hamburger Hafen nach Australien ausgewandert waren, verwies auf die zahlreichen jungen Deutschen, die alljährlich auf den fünften Kontinent reisten. In seinem Land werde Deutschland positiv angesehen. Dies sei vor allem deutschen Qualitätsprodukten, wie PKW, und kulturellen Veranstaltungen, wie dem deutschen Oktoberfest, zu verdanken. Rüdiger Kruse betonte, dass Australien für Deutschland und Europa ein Tor nach Ostasien sein könne. Eine verstärkte Zusammenarbeit sei wichtig und richtig. Auch der Botschafter wünschte sich einen noch engeren Austausch auf Regierungsebene. Rüdiger Kruse sagte zu, dass er Angela Merkel im November 2014 gerne als Bundeskanzlerin zum G20-Treffen nach Brisbane entsende: „Die Voraussetzung ist aber, dass sie uns die Bundeskanzlerin wieder zurückschicken und nicht bei sich behalten“ – so Kruse augenzwinkernd.

In der Diskussionsrunde mit den Gästen war unter anderem die Energiegewinnung ein Thema. Zwar setzt Australien derzeit, aufgrund seines Reichtums an natürlichen Ressourcen, vor allem auf den Energieträger Kohle. Allerdings sei eine Entwicklung, hin zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, auch in  Australien zu beobachten, so Peter Tesch.

Rüdiger Kruse betonte: „Auch hier kann Deutschland Vorreiter sein. Wenn wir die Energiewende erfolgreich bestreiten, dann werden andere Staaten nachziehen.“ Bereits vor der Diskussionsrunde hatten sich Botschafter Tesch und MdB Kruse in Hamburg-Wilhelmsburg innovative Technik erläutern lassen. Auf der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg besuchten sie das Algenhaus BIQ. Dieses hat in seiner Fassade Algen integriert, die Energie erzeugen.

Von den Gästen kamen weitere Fragen, z. B. zum Thema Migration. In Australien besitzen 50% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Die Zuwanderung erfolgt nach einem Punktesystem, sodass vor allem qualifizierte Menschen in das Land strömen. „Vor allem im Hinblick auf den demografischen Wandel kann das australische Modell Vorbild für Deutschland sein. Gerade für Hamburg, als Handelsmetropole, ist Zuwanderung notwendig“, berichtete Rüdiger Kruse. Nach rund zwei Stunden verabschiedete sich Botschafter Tesch, der im Herbst 2013 – nach dann vier Jahren Amtszeit in Deutschland – nach Australien zurückkehrt, und bedankte sich für die Einladung.