Abschied und eine bewegende Entdeckung

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(Redaktion/Kamera/Schnitt: Jasmin Rietdorf)
 

Mit dem Juli ging auch die Zeit des Internationalen Parlamentsstipendiums für den Stipendiaten aus Aserbaidschan Anar Najafov zu Ende. Von März bis einschließlich Juli arbeitete der junge Doktorand der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, mit einigen Unterbrechungen für Aufenthalte bei den politischen Stiftungen Deutschlands und im Wahlkreis Eimsbüttel, im Bundestagsbüro von Rüdiger Kruse.

Für Anar Najafov war es eine spannende Zeit, so erlebte er den bedeutenden Schritt Deutschlands zur Abkehr von der Atomkraft hautnah mit, er konnte an mehreren Sondersitzungen zu diesem Thema teilnehmen und hörte in einer Sonder-Umweltausschusssitzung die Rede des japanischen Botschafters zu den Ereignissen in Fukushima.

Besonders interessant war für ihn die Aktion der Einbringung von Hamburger Erde in das Kunstprojekt „Der Bevölkerung“ im Innenhof des Reichstagsgebäudes. Rüdiger Kruse füllte, wie bereits berichtet, gemeinsam mit einer Besuchergruppe Eimsbütteler Erde ein.

Bei genau einem dieser Rundgänge durch das Reichstagsgebäude machte Anar Najafov eine sehr spannende Entdeckung. Er las die Inschriften der sowjetischen Soldaten, die 1945 das Reichstagsgebäude erstürmt hatten. Auf den Mauern haben sie ihre Namen, ihren Heimatort und meistens auch das Datum der Erstürmung des Reichstages hinterlassen.

Und, Anar Najafov fand die Inschrift seines Großvaters!

Er wusste aus den Erzählungen in der Familie, dass sein Großvater bei der Besetzung Berlins im Reichstag war, aber niemals hätte er damit gerechnet, hier nach 66 Jahren die Inschrift seines Großvaters zu finden.

Auch für Rüdiger Kruse war das eine bewegende Geschichte, der Großvater seines Stipendiaten kam einmal als Besatzer und Sieger in den Reichstag, der Enkel kam als Student nach Deutschland und ist nun Stipendiat in seinem Bundestagsbüro. So sieht ein gutes Ende einer schrecklich  begonnenen Zeit aus.

Anar Najafov informierte nach seiner Entdeckung sofort seine Familie in Aserbaidschan. Leider lebt der Großvater nicht mehr, aber sein Sohn, der Vater von Anar, erinnerte sich sofort wieder an die Berichte des Vaters über die Zeit in Deutschland. Es gibt sogar ein Gemälde des Großvaters, der sich in Potsdam porträtieren ließ, das im Hause Najafov einen Ehrenplatz hat.

Anar Najafov und Rüdiger Kruse MdB

Portrait von Anar Najafovs Großvater