10. Nationale Maritime Konferenz in Hamburg

Rüdiger Kruse

Am 4. April trafen sich Vertreter der maritimen Wirtschaft und Politiker zu einem umfangreichen Wissens- und Gedankenaustausch in Hamburg. Es gab ca. 2000 Anmeldungen, rund 800 konnten nur berücksichtigt werden. Mehr Platz gab es in der Hamburger Handelskammer am Adolphsplatz 1 leider nicht. Nach Bremerhaven, Kiel , Wilhelmshaven und Rostock war es gelungen, die 10. Nationale Maritime Konferenz ein zweites Mal nach Hamburg (erstmalig 2006) zu holen. Als maritimer Beauftragter der CDU/CSU Bundestagsfraktion hatte sich Rüdiger sehr dafür eingesetzt, diese bedeutende Veranstaltung nochmals in seiner Heimatstadt zu haben. Diskussionsthemen auf diesen Konferenzen sind Schiffbau, Hafenwirtschaft, Meerestechnik und Seeschifffahrt, aber auch Offshorethemen sowie Klima- und Umweltschutz. In diesem Jahr ging es hauptsächlich um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft und somit um Arbeitsplätze auf See, aber auch direkt in den Hafenstädten und in ganz Deutschland. Die Zulieferindustrie erstreckt sich bis weit in Deutschlands Süden. Besonderes Schwerpunktthema zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit war 2017 in Hamburg die Digitalisierung. In Foren diskutierten die Teilnehmer, warum große Containerschiffe und Digitalisierung zusammengehören. Schon am Vortag konnte in einer Leistungsschau als Beispiel die digitale Navigation und Seeschiffsassistenz im Hamburger Hafen besucht werden. Der HHLA Container Terminal Altenwerder war von den Teilnehmern ebenso zu besichtigen wie die LNG Hybrid Barge Hummel, das HVCC Hamburg Vessel Coordination Center oder das Offshore Wind & Marine Coordination Center. Die herausragende Bedeutung der maritimen Wirtschaft für Deutschland unterstrich auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in ihrer Rede auf der 10. Maritimen Konferenz in Hamburg.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel: „Nun brauchen wir nicht zu betonen – Sie haben das auch schon seit gestern immer wieder gesagt -, dass die Freie und Hansestadt Hamburg eine lange maritime Tradition mit großer Symbolkraft hat. Sie verdankt das, was sie ist, insbesondere dem Hafen, natürlich auch dem Fluss, der Elbe, dem freien Denken und dem freien Handel.“ Und weiter aus der Rede der Bundeskanzlerin: „Hamburg lebt von seiner Weltoffenheit. Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen unseres Landes. Er ist Deutschlands Tor zur Welt. Im europäischen Vergleich belegt er Platz 3. Er gehört wahrscheinlich zu den modernsten Häfen, wenn wir heute über Digitalisierung sprechen.“ Die Kanzlerin ging dann ganz konkret auf die Punkte ein, für die sich Rüdiger Kruse im letzten Jahr erfolgreich eingesetzt hatte. Sie sagte: „Wir haben den Lohnsteuereinbehalt von 40 auf 100 Prozent erhöht, und die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung werden erstattet – das sind zwei Maßnahmen aus diesem Gesamtpaket. Wir haben den Reedern ein deutliches Zeichen gesetzt. Das soll sich dann eben auch in deutscher Beflaggung und Beschäftigung deutscher und europäischer Seeleute niederschlagen.“ Selbstverständlich ging Dr. Angela Merkel auch auf Umweltaspekte ein. Unter anderem sagte sie: „Der Schutz von Natur und Umwelt ist ganz besonders auch beim Kampf gegen Meeresmüll gefordert, insbesondere gegen große Mengen Plastik in den Meeren, die Tiere und Menschen gefährden. Wir haben deshalb 2015, als wir den G7-Vorsitz hatten, einen Aktionsplan gegen Müll in den Meeren beschlossen. Daran wollen wir im Rahmen unserer G20-Präsidentschaft wieder anknüpfen.“

Rüdiger Kruse: „Ich freue mich sehr, dass diese 10. Maritime Konferenz in meiner Heimatstadt Hamburg stattfinden konnte. Das riesengroße Interesse zeigt, die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für unser Land, für Europa, ist allgemein anerkannt. In den letzten zwei Jahren konnten wir im Parlament einige Weichen zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit stellen. Mit dem Deutschen Maritimen Zentrum, das in Hamburg seinen Sitz haben wird, ist ein sehr guter Ausgangspunkt zur Bündelung aller Kräfte für eine erfolgreiche und innovative Entwicklung der maritmen Wirtschaft geschaffen. Die Kanzlerin hat in ihrer Rede auf die Bedeutung von Umweltschutz in den Weltmeeren und dabei besonders auf die riesigen Mengen Plastikmüll verwiesen. Der Kampf gegen die ständig zunehmende Verschmutzung der Ozeane gehört für mich zu den Schwerpunkten meiner Arbeit. In unseren Weltmeeren befinden sich 100 – 140 Millionen Tonnen Müll! Unvorstellbar! Davon befinden sich ca. 15 % an Stränden und 75 % auf dem Meeresgrund. Größere Teile können noch geborgen werden, sind aber häufige Todesursache für Meereslebewesen, die einen qualvollen Tod erleiden. Durch Wasser und Gestein entsteht von allen Kunststoffen ein Abrieb von winzig kleinen Plastikteilchen, der mit der Nahrung von Fischen aufgenommen wird und letztendlich auf unseren Tellern landet. Hier gibt es noch viel zu tun!“